Einsatzbericht 94/2017: 25. Mai - ausgelaufenes Gefahrgut


Am Donnerstag wurde der Löschzug Stadtmitte der Freiwilligen Feuerwehr Burscheid um 15:09Uhr zu einem Gefahrguteinsatz in die Hauptstraße alarmiert. Es galt vor Ort eine Erkundung vorzunehmen, da ein Anrufer den Austritt einer Flüssigkeit meldete. 

Vor Ort stellten wir tatsächlich ausgelaufene Flüssigkeit fest. Hinzukommend war ein beißender Geruch im Eingangsbereich des Wohnhaus wahrzunehmen. Umgehend wurde der Löschzug Dierath nachalarmiert. Nach Erkundung unter Atemschutz stellten wir fest, das es sich bei der ausgelaufenen Flüssigkeit um Gefahrgut handelt. 
Im Keller des Wohnhaus befindet sich eine Mischanlage für einen Pool im Garten. Statt bei den sommerlichen Temperaturen sich in diesem abkühlen zu können, mussten wir mit Hilfe von Chemikalienschutzanzügen (CSA) und unter Atemschutz zwei Kanister mit je 60l Akkumulatorensäure (Schwefelsäure) sowie 60l Natriumhypochlorid bergen, wovon jeweils mehrere Liter ausgelaufen und sich verbunden hatten. 

Beide Stoffe gelten als sehr ätzend, sodass der Einsatz der speziellen Anzüge notwendig war. 

Anwohner verletzt 

Noch vor Eintreffen der Feuerwehr versuchte der Anwohner die ausgelaufene Flüssigkeit mit Hilfe von Lappen selbst aufzunehmen und zu entsorgen. Doch aufgrund der ätzenden Wirkung der Stoffe atmete er giftige Dämpfe ein, welche eine Atemwegreizung zu Folge hatten. 
Er wurde mit einem Rettungswagen in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht, wo er stationär behandelt werden musste. Nach dem die Kanister geborgen und ins Freie verbracht wurden, galt es die ausgelaufene Flüssigkeit aufzunehmen und fachgerecht zu entsorgen. 
Dafür bestellten wir einen Fachbetrieb aus Köln, welcher den Abtransport des Gefahrguts aufgrund des Feiertags nicht direkt erledigen konnte. 
So wurden die kontaminierten Gerätschaften, die Kanister sowie die ausgelaufenen Flüssigkeiten in Überfässer umgeladen, damit für Mensch und Umwelt vorerst keine Gefahr mehr ausgeht. Die Entsorgung wird in den nächsten Tagen nachgeholt. 

Nach Bergung des Gefahrguts aus dem Wohnhaus lüfteten wir selbiges um den beißenden Geruch weitgehend zu beseitigen. 

Nach rund 5 Stunden war der Einsatz an der Hauptstraße beendet.


(JK)


Hinweis: vom Einsatz gibt es keine Foto´s